Besuch bei den Vikings

So viele Heimspiele – im Vergleich zu anderen Sportarten – haben die Vienna^h^h^h^h^h^hRaiffeisen Vikings nun – leider – nicht, und der eigene Terminkalender ist auch nicht dazu geeignet, so mir-nix-dir-nix das nächstbeste Heimspiel zu besuchen.

Am 27.5. (Kick-off 15:00) sollte es aber dann doch so weit sein. Und es war noch dazu ein Spiel der EFL, quasi der Champions-League des American Footballs. Gegner sollte der deutsche Meister, Schwäbisch Hall Unicorns, sein. Im Horr^h^h^h^h^h^h^hIn der Generaliarena. Zum siebt (3 Erwachsene, 4 Kinder) machten wir uns mit dem Zug auf den Weg ins Stadion. Dort, am Rande Österreichs, ist man froh, wenn man in die Hauptstadt einen 2-Stunden-Takt mit der Bahn geboten bekommt, also hiess es entsprechend lange vor dem Kick-off die Reise zu beginnen, sonst würde man bereits einen Teil des Spieles versäumen. Also mit der Schnellbahn nach Wien-Leopoldau, dann die gesamte U1 durch und zu guter Letzt noch den Kindern die Straßenbahn bis zum Verteilerkreis zeigen, den wir kurz nach 13:00 Uhr erreichten. Zuerst führte der Weg zum Stadion, Karten kaufen und dann hiess es auf zur Nahrungsaufnahme. Etwas nach 14:00 Uhr waren wir wieder beim Stadion, und begaben uns in die Pre-Game-Area. Die Kinder zog es natürlich gleich zu den – vermeintlichen – Luftburgen. Hüpfen wollen. Tja, die Gesichter waren lang, als man aus der der Nähe feststellte, dass das gar keine Luftburgen waren. Doch es dauerte nicht lange, freundete man sich auch mit dem eigentlichen Zweck dieser “Luftburgen” an.

Nach einiger Zeit machten wir uns auf den Weg zur Nordtribüne und erlebten dort, die von Fussballspielen gewohnten “strengen” Kontrollen. Zum einem scheinbar “streng” und “genau”, wo den Zuschauern alles mögliche abgenommen wurde, aber auf der anderen Seite in einer Oberflächlichkeit, die einem schon ein bisserl den Ärger ins Gesicht trieb. Da gabs einen Blick von oben in den Rucksack, das was dabei gesehen wurde, wurde abgenommen. Das, was unter den 3-4 mitgenommenen Jacken und Westen hätte sein können, wäre nicht bemerkt worden. Die für das eine Kind mitgenommene Flasche mit Wasser (ohne Kohlensäure) wurde ebenfalls abgenommen. Eine Umfüllung in einen Becher – wie in anderen Stadien angeboten – gabs nicht. Einfach weg. Und das sollte später noch für Verärgerung sorgen.

Die Plätze waren in etwa auf Höhe der 30/35 Yardlinie, die Sicht aufs Spielfeld sehr gut. Beeindruckend war jedenfalls die “Einzugsshow”, bei der auch Darth Vader zu Besuch kam.

Das Spiel begann mit der Offense der Vikings, die aber zu keinem Punkterfolg kam. Im Gegenteil, die Unicorns konnten nach dem sie in Ballbesitz kamen, den ersten Touchdown und den Extrapunkt verzeichen. 0:7. Für die Vikings reichte es in der Folge “nur” zu einem Fieldgoal. 3:7. Die Unicorns legten nach, und gingen mit 2 weiteren Fieldgoals mit 3:13 in Führung. Die Vikings schauten bis zu diesem Zeitpunkt (Mitte des 2. Viertels) nicht gerade glücklich aus. Laufspiele wurden zumeist sehr bald gestoppt, bei (langen) Passspielen kamen die Pässe manchmal sehr knapp, manchmal doch sehr deutlich nicht an.

Der Befreiungsschlag gelang rund 5 Minuten vor Ende des 2. Viertels, als den Vikings mit einem 74 yd Lauf der erste Touchdown und mit dem Extrapunkt die Verkürzung auf 10:13 gelang. Kurz darauf jubelten die Zuschauer nach dem einem Fieldgoal-Fake bereits über den 2. Touchdown und die vermeintliche Führung der Vikings. Allerdings fiel die Entscheidung der Referees anders aus. In der Folge kamen schafften die Unicorns nicht den notwendigen Raumgewinn von der Endzone weg, und die Vikings kamen so durch einen Safety auf 12:13 heran.

In der Pause konnte man Szenen erleben, die bei einem Bundesligafussballspiel oder gar einen CL-Viertelfinale (in Österreich) wohl kaum vorstellbar sind, Unicornspieler spazierten ungehindert und ungestört durch die Zuschauer.

In der 2. Halbzeit hatte man dann den Eindruck, dass die Unicorns körperlich am Rande ihrer Kräfte waren. Krämpfe, Verletzungen, Körpersprache signalisierten, da geht nichts mehr. Mit 2 weiteren Touchdowns und einem Extrapunkt (eimal wurde eine 2-point-conversion versucht, die nicht gelang) siegten die Vikings am Ende mit 25:13.

Die Spieldauer (und damit das Spielende) war für uns durchaus passend. Wir konnten uns zügig aber doch ohne Stress auf den Heimweg machen. Ihr erinnert euch? 2-Stunden-Intervalle bei der ÖBB? Mit einem Polster von ca. 15-20 Minuten erwischten wir den nächsten Zug. Den Abend liessen wir dann noch gemütlich beim heimatlichen Feuerwehrheurigen ausklingen. Den Kindern hat es Spass gemacht, auch wenns für die Kleineren, die zum ersten Mal ein Football-Spiel miterlebten, zwischenzeitlich schwieriger war, dem Spielverlauf zu folgen.

Tja, und zum Schluss, noch ein Punkt, der den Tag doch etwas trübte. Eines der Kinder trinkt nichts mit Kohlensäure. Daher haben wir immer (normales) Wasser mit. Problematisch wird das halt dann, wenn Dir auf der einen Seite das Wasser abgenommen wird, und Du auf der anderen Seite nichts ohne Kohlensäure zu kaufen bekommst. Da stehst eine Viertelstunde angestellt und dann sowas:

Habt ihr Orangensaft?
Ja, natürlich.
Auch pur?
Nein, nur gespritzt.
Irgendwas ohne Kohlensäure?
Nein.

Was machst Du mit einem Volksschulkind, das bei sommerlichen Temperaturen über 3 Stunden nichts zu trinken hat?

Sorry, das ist einfach nur daneben.

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