Die aktuelle causa prima im Staate

Zilk: ein Spion.

Das berichtet Profil in seiner neuesten Ausgabe und legt dafür Beweise und Beweise für die Echtheit der Beweise vor. Helmut (nein, nicht der Zilk) verweist in seinem Blog auf einen Artikel in der Presse wo es unter anderem – meines Erachtens zurecht – heißt:

Die Frage nach der “Echtheit” ist eine zweifache: Sind die Dokumente “echt” in dem Sinn, dass die Akten so, wie sie nun präsentiert werden, angelegt wurden, oder wurden sie im Nachhinein manipuliert? Und wenn ja: Hat das, was da dokumentiert wurde, auch so stattgefunden, oder war der Akt von Beginn an auf die spätere Diskreditierung eines Gegners ausgerichtet? Es wird nicht einfach sein, alle diese Fragen lückenlos zu beantworten, weil wichtiges Referenzmaterial wie Zilks österreichischer Stapo-Akt auf gut österreichische Weise verschwunden ist.

Zilk: ein Spion? Keine Ahnung.

Interessant sind dabei auch die Reaktionen. Fr. Kollers “ich mag Kotzen” ist ja irgendwie verständlich. Faymanns Versicherung in der Krone, dass er “dafür sorgen” werde, “dass Zilks Andenken nicht zerstört wird” wohl weniger. Wie soll er auch?

Und dann ist da noch M.J.. Da schreibt er in seiner “Post von J.”:

… unter anderen ein gewisser Brychta, der seinen Stasi-Chefs in Prag über ein “konspiratives Treffen” mit Holec-Zilk am 29. November 1967 im Hotel Sacher das folgende zu berichten weiss:
“Er kam in alkoholisiertem Zustand vom Empfang der jugoslawischen Botschaftsempfang. Es war nicht möglich, mit ihm über politische Themen zu sprechen, er widmete die Aufmerksamkeit nur den anwesenden Damen. Eine davon war die Frau Gerd Bachers. Außerdem bat er um Hilfe für einen Kuraufenthalt seines leberkranken Schwiegervaters in Karlsbad …”

Mein und unser aller Helmut Zilk, liebe Wienerinnen und Wiener, wie er leibte und gelebt hat: leicht illuminiert, ein Homme a Femmes, gutmütig und stets hilfsbereit …

Nun, jetzt habe ich das mehrmals gelesen und mittlerweile auch abgeschrieben. Trotzdem weiss ich nicht was uns J. sagen will?

Dass Zilk, wie er leibte und gelebt hat, leicht illuminiert, ein Frauheld, … gar nicht in der Lage gewesen sei, ein Spion zu sein?

Oder “bestätigt” J. hiermit das “konspirative” Treffen mit dem Geheimdienst, dass – an diesem Tag – aufgrund des alkoholisierten Zustandes scheiterte?

Fragen über Fragen. Zeit für “Post an J.”?

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