Miazi als Dirn am Fischerberg anno 1911

Am Abend des 2. Juli 1911 kam Maria Koppendorfer zu einem Bauern am Fischerberg. Sie sollte dort – nach Schulende – den Dienst als “Dirn” antreten. In der Stube des Hofbauerns erzählten die Mitglieder der Hofgemeinschaft dem 13-jährigen Mädchen was auf sie zukommen würde.

Dieser Abend wurde Jahrzehnte später in dem damals in der Gegend (Mostviertel) üblichen Dialekt niedergeschrieben. Die Zutaten für das Theaterstück “Miazi als Dirn am Fischerberg anno 1911″ neben dem damaligen Geschehen: Maria Koppendorfer, und ihre knapp 90 Jahre danach immer noch vorhandene Erinnerung (Zitat: “hervorragendes Langzeitgedächtnis”), das NÖ-Landes Pensionisten- und Pflegeheimes Amstetten, in dem Maria Koppendorfer damals lebte, und Franz Salzmann, der Direktor desselben, der Maria Koppendorfers Erinnerungen samt (Zitat) “umfangreicher Recherchen” zu dem Theaterstück zu Papier brachte.

Das Theaterstück wurde am 27.11.2002 am Originalschauplatz uraufgeführt, und erreichte durchaus erwähnenswertes Medienecho. als Beispiel sei nur der ORF angeführt. Weiteres Medienecho (zB bis nach Luxemburg) findet sich auf der erwähnten Homepage.

Nachdem viele der für das Theaterstück verwendeten Dialektausdrücke den Laiendarstellern nur mehr bedingt geläufig waren, mussten sie unter Anleitung von Fr. Koppendorfer viele alten Wörter lernen. Daraus entstand – neben dem Theaterstück – ein weiteres laufend weiterentwickeltes Projekt, nämlich die “Rote Liste”.

Die Rote Liste ist ein Dialektwörterbuch “Mostviertler Dialekt – Hochdeutsch”, zu finden ist das alles unter Mostviertler Dialekt.

Spannend, spannend, kann ich nur sagen. Und hochinteressant.

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